Was kommt nach Agil?                                      Was kommt nach Corona?

Die aktuellen schweren Zeiten lassen mir etwas Zeit zu überlegen, was kommt nach der Welle der Agilität in allen Bereichen. Was kommt nach Corona? Wie hängt das überhaupt zusammen?

Agilität hilft in diesen Zeiten grundsätzlich! Wir müssen aktuell als Menscheit, Gesellschaft, Einzelmensch und Unternehmen die pandemischen Planungs- und Entscheidungsfehler wirksam ausgleichen. Dies in Bezug auf ein relativ plötzlich auftretendes, aber lang erwartetes Ereignis, eine Pandemie (Covid19).

Ordnung, Produktion, Organisation, Systeme, Programmierung, Qualifizierung etc. müssen schnell und wirksam angepasst und teilweise umgestellt werden, denn es geht um Leben und Tod von Menschen, Organisationen und vielleicht auch Systemen.

Hier handeln wir in Deutschland und teilweise in Europa schnell und flexibel, wir sind tatsächlich agiler unterwegs - und das ist gut so.

Gleichzeitig stellen wir gemeinsam fest, dass es versäumt wurde, die Bereiche zu bedienen, die uns resilient, d.h. belastbar machen. Als Menschen und als Gesellschaft. Wir waren im Rausch der Beschleunigung, weil alles machbar schien und Hindernisse relativierbar und katastrophale Ereignisse sicher ein Risiko darstellten, aber uns so doch nicht treffen würden. Es hat uns auf dem falschen Fuß erwischt und wir fahren auf Sicht in einem fragilen System bei zunehmender Dynamik und Komplexität.

Damit haben wir, insbesondere nach dem kalten Krieg, die sog. Friedensdividende über alle Maße strapaziert.

Nun kommen viele kardinale Herausforderungen auf einmal, die auch Organisationen und Unternehmen zu bewältigen haben:

  1. die Corona Krise (mit immensen nationalen und globalen Verlusten an Menschen, Werten und Produktivität),
  2. die Fortschreibung des digitalen Wandels (dafür geplante Mittel frisst Corona auf),
  3. Investitionsstau Infrastrukturen (dafür geplante Mittel frißt Corona auf),
  4. Lessons learned und neue Herausforderungen volkswirtschaftlicher Gestaltung in Bezug auf das Vorhalten eigener Produktionsstrukturen im Bereich Katastrophen- und Pandemie-Schutz in den Ländern, im Bund, in Europa und global,
  5. sturmfest machen von Organisationen, Unternehmen und Institutionen (bei gleichzeitigen Umsatz- und Ertragseinbrüchen),
  6. erkennen und ergreifen der vielen Chancen dieser Krise mit ihren Kollateralwirkungen,
  7. Neujustierung der Globalisierung als Chance für mehr Nachhaltigkeit und weltweite Prosperität erkennen und die richtigen Entscheidungen vorbereiten und treffen,
  8. UNO und EU sowie alle politischen und militärischen Allianzsysteme müssen sich neu ausrichten,
  9. die EU sichern und als Programm begreifen und nicht als Projekt (Nomen est Omen),
  10. die Entscheidungen vorbereiten, treffen und umsetzen, in welchen Bereichen eine Entschleunigung den Effekt 'schnell aber falsch' verhindern kann und muss, z.B. Informationssicherheit mit Schwerpunkt Softwaresicherheit der kritischen Infrastrukturen endlich ernst nehmen,
  11. etc.

Hier benötigen wir einen produktiven Vierklang, was uns sehr schwer fallen wird, weil wir es gewohnt sind, immer eine 'Sau durch's Dorf' zu treiben. Der Komplexität bei steigender Dynamik stellen wir uns nicht mehr so wirklich. Das behandeln wir dann, wenn es soweit ist.

Der Vierklang der Herausforderungen (vereinfachte Darstellung):

  1. Agilität 'nicht-zerbrechlich' gestalten (nicht Zerbrechlichkeit [Fragiliät] in Kauf nehmen nur um schnell zu sein, sondern dort schnell sein, wo Tempo zählt.).
  2. Resilienz sicherstellen (Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit von Systemen, Gesellschaft, Organisationen, Menschen gegen Störungen, Katastrophen und Angriffe sicherstellen.).
  3. Dynaxity bewältigen (Der Begriff Dynaxity, ein Kunstwort, beschreibt die Kombination aus Dynamik und Komplexität, einen Zustand, den wir durch unsere technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen selbst geschaffen haben.).
  4. Confunktional gestalten und handeln (eine von der Dirk Heuß UB und Dirk Heuß PR entwickelte Fortschreibung der Crossfunktionalität, um gemeinsame und nicht getrennte Verantwortung für Gestaltung wahrzunehmen, denn Crossfunktionalität reicht nicht aus, um die Herausforderungen 1-3 zu bewältigen) Confunktional denken für agiles Handeln

Zieht man die Leinwand weiter auf, werden wir feststellen, was alles noch dazu gehört und dass wir vielleicht mit diesem Vierklang nicht hinkommen werden. Dann müssen wir nachsteuern. Darüber müssen wir uns austauschen, in gemeinsamer Verantwortung, confunktional eben.

Pragmatisch zusammengefasst: Das Richtige zum richtigen Zeitpunkt tun.

Hört sich leicht an, gelingt aber nicht immer und ist viel schwerer als man denkt.

Die Dinge so schnell zu tun, dass so viele Aktivitäten wie möglich in kürzester Zeit entstehen und produktiv werden, ist sicher nicht mehr die alleinige zentrale Antwort.

Schneller zu sein als die anderen ist nur ein Teil der Wahrheit. Schnell sein unter Berücksichtigung des oben genannten Vierklangs ist die Herausforderung und hilft, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun.

Corona Covid19 zeigt uns gerade, dass confunktional notwendig und möglich ist um Dynaxity zu bewältigen. Zeigt uns, dass schnell aber 'nicht zerbrechlich' eine zentrale Rolle spielt, wenn das Ganze am Ende widerstandsfähig und belastbar sein soll.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Bewältigung der oben genannten Herausforderungen.

Wir können auch ganz pragmatisch! Entscheiden und handeln in der Krise und danach, vom Rettungsboot bis zur disruptiven Geschäftsidee.

Sprechen Sie uns gerne an!

35 Jahre Erfahrung als Berater in Krisen, in Wachstumsperioden in Innovationszeiten und im bereits lang anhaltenden digitalen Wandel könnten in dieser Zeit entscheidend sein.

Kommen Sie gesund durch diese Zeit!

Dirk Heuß

Bonn, den 8.4.2020

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Dirk Heuß Unternehmensberatung